Penny Penson's Speech at Deserter Memorial
This is a transcript of a speech made by Penny Penson at the Easter March (Ostermarsch) in Stuttgart, Germany on March 22nd, 2008. Penny is a member of the Tübingen Progressive AmericansDESERTEUR DENKMAL
Ich heiße Penelope Pinson, bin U.S. Amerikanerin und Mitglied der Bürgergruppe Tübingen Progressive Americans. Die Gruppe arbeitet zugunsten von U.S. Kriegsdienstverweigerern, und hilft bei Anti-rekrutierungsinitiativen. In Zusammenarbeit mit der Military Counseling Network, Bammental, der Militärberatungsstelle in Deutschland für U.S. Soldaten, helfen wir Soldaten aus der Armee herauszukommen. Wir haben den Stuttgarter Friedenspreisträger Agustin Aguayo während seiner Desertion, der Haftstrafe, und dem Militärgerichtsverfahren, und schließlich zur Preisverleihung, eben hierher, begleitet.
DESERTER, DESERTEUR!!!
Ein hartes Wort. Deserteur! Ein Wort, nur ein Wort. Wenn ein junger Mann sich entscheidet das Feld des Schlachtens zu verlassen, wenn er um sich schaut und nur Korruption, Ausbeutung, und totale Misachtung für Menschlichkeit erblickt und wenn er dann das Feld des Hasses verläßt , dann ist er ein Held. Eine Gesellschaft des Friedens schätzt und schützt ihn. Ein Soldat der desertiert, ja, und benutzen wir dieses Wort desertieren mit neuer Bedeutung und ohne Scheu, ist nicht nur ein Held. Er und seine Lebenspartnerin sind Vorbilder für andere Soldaten und Lebenspartnerinnen. Ich stehe und spreche heute für Chris Capps, Vorsitzender der Irak Veteranen gegen den Krieg in Deutschland , der heute in Wiesbaden spricht. Er ist desertiert mit dem bewußten Ziel, anderen Soldaten zu zeigen, daß es möglich ist.
Haben Sie die Winter Soldiers im Internet, beim U.S. Radiosender Democracy Now angehört? Über 200 U.S. Soldaten die im Irak Einsatz waren berichteten letzte Woche über ihre verheerenden und brutalen Erfahrungen. Man kann danach mit voller Wut nur schreien: Verlaßt diesen Militärapparat!
Schaffen wir die militaristische Dummheit ab! Unterstützen wir die Soldaten, ja, die Deserteure, die dieses Feld verlassen! Ein Anti-Rekruitierungsbuch in den USA verkündet unser Ziel: An Army of None, Eine Armee von Niemand. Bitte, Ihr Realpolitiker, sagt mir nicht daß das eine Seifenblase ist, naiv, unvorstellbar. Ich habe zwei Söhne. Wenn die Eltern und die Gesellschaft nicht in militärischen Kategorien denken, dann denken auch die Kinder nicht in militärischen Kategorien. Das ist nicht unrealistisch in einer Gesellschaft, wenn sie hartnäckig Friedenshandlungen führt.
Manche Soldaten versuchen, dieses Konzept zu verfolgen: 60-80 Deserteure pro Woche (und das liest man nicht in den Medien) werden in den USA ausgemustert. Andere tauchen hier in Deutschland unter, oder suchen Asyl in anderen Länder.Ich bewundere diese jungen Männer.
Ich als U.S. Amerikanerin höre die Statistiken mit Horror: hunderttausende Irakische Flüchtlinge, hunderttausende tote Iraker, über 60,000 körperlich verwundete und über 30,000 psychisch belastete und 4,000 tote U.S. Soldaten. Ganz zu schweigen von den psychischen Folgen bei den Partnern, den Familien, und den Gemeinden dieser Soldaten.
Und wo bitte, bleibt die Vernunft bei einer Investition von 615 Milliarden Dollar, $ 200,000 pro Minute in Zerstörung pur? Auch wenn Deserteure aus Angst oder Verzweiflung desertieren: Ist das nicht eine vernünftige Entscheidung zugunsten des Lebens und gegen Zerstörung?
Vernunft muß her, statt Militär!
Den Mut der Deserteure können wir nicht hoch genug achten. Sie verlieren ihre Illusionen, sie treffen eine Lebensentscheidung angesichts einer großen Militärmaschine, angesichts einer überwältigenden Macht, angesichts einer möglichen Schande. Man kann ihre Bereitschaft das alles auf sich zu nehmen nur bewundern. Sie tun es auch unsretwegen—hast Du vor einem mächtigen Militärtribunal stehen müssen? Hast Du monatelang in Militärhaft Schikanierer leiden müssen? Hättest Du die Kraft, Ungehorsam auszuüben?
Das Mindeste was wir, die in Sicherheit leben und arbeiten, tun können, ist, den Deserteuren, egal welcher Nationalität, Sicherheit zubieten, Schutz vor dem Zugriff der Regierungen oder Militärs ihre Heimatländer versichern. Ist Euch vorstellbar, daß Deutschland Deserteuren Asyl verschaffen würde? Stellt ihr vor, Deutschland setzt ein Zeichen als Insel für Kriegsdeserteure!
Stattdessen nimmt Deutschland immer mehr teil an dem illegalen Krieg im Irak, an aussichtslosen militärischen Bemühungen in Afghanistan, und am Aufbau der Europa- und NATO Militarisierung. Der sogenannte Krieg gegen den Terror hat die internationalen Beziehungen in bedeutendem Maße militarisiert. Militarismus ist eine schleichende , perverse und durchdringende Mentalität. Deutschland ist aufgesaugt worden von der Angst vor Terrorismus die die USA jetzt aufhetzt , die zu Paranoia, Menschenmißachtung, Haß und Unsicherheit führen.
Leider hat mein Land das Muster geliefert, aber bitte, Ihr Deutschen, fallt nicht darauf herein. Ich zitiere jetzt Chris Capps, den Deserteur für den ich spreche: Zitat „Eure deutschen Politiker stimmen ja der Besetzung eures eigenen Landes zu, sie erlauben die ausgedehnte und fortwährende Besetzung von deutschem Territorium an Orten wie Ramstein, Wiesbaden, Kaiserslautern, Landstuhl, Ansbach, Spangendahl, Grafenwoehr, wo die wesentlich Vorbereitung für den Irakkrieg betrieben wird. Ja, ein illegaler Angriffskrieg wird von eurem Boden aus geführt, täuscht euch darüber nicht. Sicher wollt ihr euren deutschen Politikern dafür danken, daß das mächtige U.S. Militär euch beschützt. O ja, ich bin sicher, es ist in eurem Interesse, das U.S. Militär bei euch zu wissen.“ End Zitat.
Die USA führen einen Aggressionskrieg, der gegen die Unocharta, die Genfer Konventionen und die Grundlagen der Nürnberger Prozesse verstößt. Ein Aggressionskrieg ist das höchste internationale Verbrechen überhaupt. Wenn Soldaten diesen Krieg verlassen wollen, dann ist das ein Heldenakt. Vernunft muß her statt Militär! Wollt ihr wirklich die amerikanische Kriegsunternehmung unterstützen mit der Erlaubnis amerikanischer Militäreinrichtungen auf deutschem Boden, mit Sicherheitskräften, mit Waffenproduktion und Lieferung, mit Überflug—und Landungsrechten, mit Geldbeiträgen im Wert von 1,8 Milliarden Euro pro Jahr für die Erhaltung der amerikanischen Kasernen?
Ich wage es zu sagen: Fangen wir mit der Demilitarisierung der Welt an, mit der Ausübung von Druck auf unsere Politiker zugunsten von Asyl für Deserteure in Deutschland, zugunsten eines amerikanischen Abzugs von deutschen Boden. Das hilft uns U.S. Bürgern Druck auf unsere Politiker auszuüben für einen totalen Rückzug aus dem Irak , dann für die universelle Zustimmung internationalen Gesetzen. Es fängt mit jedem einzelnen Deserteur und Kriegsdienstverweiger an, es fängt mit jedem von uns an. Wir müssen außerhalb der heutigen Normen einen Denkwechsel vornehmen—neue Kategorien aufstellen, wo der Krieg als Perversion betrachtet wird, wo Desertieren als positiver Heldenakt betrachtet wird. Es fängt mit jedem von uns an:
Lehnen wir die Militarisierung unsrer Welt mit allen unsren Kräften ab!